Festschrift zum 30jährigen Firmenjubiläum

05.09.2014 14:29

Zum 30jährigen Bestehen der Firma AURO hat der Firmengründer Hermann Fischer eine sehr informative Einleitung in der "Jubiläums-Festschrift" verfasst:

Die Impulse und Ideen, die vor 30 Jahren zur Gründung von AURO geführt haben, reichen bis zum Beginn der 1970er Jahre zurück.

In dieser Zeit hatte der spätere AURO-Gründer, zusammen mit Freunden und Gleichgesinnten, mit der Erforschung der Grundlagen für eine Alltagschemie auf vollständig erneuerbarer Basis begonnen.

Kaum jemand hätte damals vorauszusagen gewagt, dass aus diesen frühen und sehr einfachen Anfängen eine Erfolgsgeschichte wie die der AURO AG entstehen könnte.

Alle wesentlichen Grundlagen und Konzepte mußten erst entwickelt werden.

Das gesellschaftliche Bewusstsein war noch weit davon entfernt, die Probleme der konventionellen Chemie klar zu erkennen - geschweige denn, an so etwas wie eine „post-fossile Chemie“ auch nur zu denken.

Ein Markt für Produkte aus erneuerbaren Grundstoffen existierte praktisch nicht.

Entsprechend groß war das Unverständnis bei vielen Personen in Gesellschaft, Wissenschaft und Industrie gegenüber denjenigen, die sich aus ökonomisch sehr bescheidenden, nahezu prekären Anfängen heraus an

die Aufgabe machten, eine ganz neue Welt der chemisch-technischen Alltagsprodukte zu erdenken, zu entwickeln und zu vermarkten – auf der Grundlage von Pflanzenstoffen anstelle des alles beherrschenden

Erdöls.

Heute hat sich AURO zu einer weltweit führenden, bekannten und geschätzten Marke für ökologisch konsequente, technisch kompetente und ästhetisch herausragende Produkte entwickelt.

Den Ursprungsidealen von vor 40 Jahren und den nun 30 Jahre lang wirksamen Gründungsimpulsen sind die Verantwortlichen des Unternehmens treu geblieben.

Diese wohlausgewogene Mischung aus treuem Bewahren der initialen Idee und zukunftsgerichtetem innovativem Handeln ist wohl das eigentliche Erfolgsgeheimnis der AURO AG.

Gewandelt hat sich hingegen in den seither vergangenen Jahrzehnten das öffentliche Bewusstsein.

Die anfangs eher verlachten Produkte einer ökologischen Pflanzenchemie sind heute ins Zentrum der gesellschaftlichen Wahrnehmung gerückt.

 

So wie heute sehr viele Menschen von der unausweichlichen Notwendigkeit einer Energieerzeugung auf solarer Grundlage (Windkraft, Wasserkraft, Photovoltaik) überzeugt sind, so erkennen immer mehr Menschen

auch die Notwendigkeit, die chemisch-technischen Alltagsprodukte auf eine erneuerbare stoffliche Grundlage zu stellen. In diesem Sinne kann die AURO-Gründung auch als die Geburt des Pioniers einer „post-fossilen“ Wirtschaftsweise betrachtet werden.

Im Verlauf der vergangenen 30 Jahre sind aber auch für die Menschen bei AURO neue Gesichtspunkte stärker ins Blickfeld gerückt.

Waren es anfangs vor allem die einzigartigen sinnlich-ästhetischen Qualitäten der Pflanzenfarben, -lacke und -imprägnierungen, so ist einige Jahre nach Gründung auch die Frage der Emissionen aus Farben und Anstrichstoffen bedeutsamer geworden.

Zwar sind diese Emissionen bei konsequenten Naturfarben ganz andersartig als bei konventionellen Produkten, aber auch der „Verlust“ eines natürlichen, pflanzlichen Lösemittels beim Trocknen des Anstrichs

stellt einen gewissen Nachhaltigkeitsmangel dar.

Die Entwicklung völlig lösemittelfreier pflanzlicher Farben und Lacke Ende der 1990er Jahre war daher für die AURO AG ein wichtiger Durchbruch, der die führende Marktstellung des Unternehmens weiter gefestigt hat.

Durch die intensive Zusammenarbeit mit Naturschutzverbänden kamen dann auch vermehrt Naturschutzaspekte bei der täglichen Arbeit ins Bewusstsein der AURO-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Der biogene Ursprung der verwendeten Grundstoffe ist zwar eine wichtige Voraussetzung für ein wirklich zukunftsfähiges Produkt, aber zu dieser Erneuerbarkeit muss auch die Bewahrung und Förderung der Artenvielfalt sowie einer naturverträglichen Landnutzung hinzutreten.

Der Anbau der pflanzlichen Grundstoffe in Monokulturen unter Einsatz von Intensivdüngung und Pestiziden würde dem ganzheitlichen ökologischen Ansatz des Unternehmens widersprechen. Durch diesen Lernprozess ist AURO heute mehr denn je den Interessen der künftigen Generationen verpflichtet.

Auch auf einem ganz anderen Gebiet hat die AURO AG in den vergangenen Jahrzehnten einen allmählichen, aber um so intensiveren Wandel vollzogen.

So herrschte anfangs oft noch die etwas naive Ansicht vor, derart bedeutsame und zukunftsträchtige Produkte würden ihren Markt quasi von ganz allein finden. Dementsprechend wurden in den Gründungsjahren so umfassende wie textlastige Informationen über Herkunft, Zusammensetzung und Wirkung der Produkte als vordringlich angesehen.

Dass moderne Verbraucherinnen und Verbraucher auch bei der Ästhetik und Verständlichkeit von Produktdesign und Produktinformationen weitergehende Ansprüche haben, setzte sich als Erkenntnis erst allmählich durch.

AURO wurde auf diese Weise von einem eher ideen- und technikgetriebenen Unternehmen zu einem vor allem auf die Bedürfnisse der Verbraucherinnnen und Verbraucher ausgerichteten Organismus.

Auch diese erfolgreich vollzogene Metamorphose macht einen wesentlichen Teil des heutigen Erfolgs der Marke AURO aus.

Dabei ist besonders bemerkenswert, dass die entscheidenden Impulse für diese Marktorientierung - bis hin zur Gestaltung aller Medien wie Etiketten, Broschüren usw. fast ausschließlich aus dem eigenen Hause stammen.

Besser könnte die hohe Identifikation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit dem Unternehmen und mit dessen Zielen kaum belegt werden.

So sehr AURO also fest auf den ursprünglichen Idealen der Gründungszeit ruht, so unruhig, neugierig und innovationsfreudig ist das Unternehmen auf allen Feldern geblieben.

Ganz neuartige biogene Grundstoffe, revolutionäre neue Herstellungsverfahren und technologisch aufwändige Produktionsanlagen prägen heute und in Zukunft die AURO Pflanzenchemie AG.

Auf diese Weise ist AURO bis heute Anstoßgeber, Pionier und Zukunftsbestimmer geblieben.

Es spricht also viel dafür, dass AURO auch weiterhin ein wesentliches Element des industriellen Paradigmenwechsels von der fossilen Ära hin zu einem Zeitalter der solaren Energie- und Stoffnutzung bleiben wird.